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Dieses Thema hat 13 Antworten
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 Die Musik
DerCousin Offline


Beiträge: 92


22.12.2009 11:24
Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Ich weiß nicht ob diese Kritik hier schon mal abgedruckt wurde. Mich würde einfach interessieren wie man dass hier betrachtet:

Ich möchte Teil einer Schmetterlingsbewegung sein!

„Nimm das Pferdchen, das den Wagen lenkt, oder die Biene, die uns Honig schenkt, Kühe und Schafe und den Hund bei uns zuhaus. Ich red von Tieren, wie sie jeder kennt, sie leben um uns, doch sie sind uns fremd, so wie der Storch, die Schnecke und die Fledermaus. Sie sieht so anders aus. Das sind die Tiere um uns, leben ihr Leben, unzählige Arten sehen dich an. Tiere um uns, was wärn wir ohne sie. Tiere um uns auf dem blauen Planeten, leben in ihrer eigenen Welt. Tiere um uns, was wärn wir ohne sie. (...) Hey, Tier!“
Blumfeld: Tiere um uns (2006)

Da verblödet einer unter den Augen der Popkritik, und der fällt gar nichts auf. In „spiegel.de“ liest man, das neue Blumfeld-Album „Verbotene Früchte“, das nächste Woche erscheint, sei „das Wichtigste, das Tröstlichste und das Herrlichste, was einem in diesem Jahr passieren kann.“ Gut, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schöpft einen winzigen Verdacht, möchte es aber nicht so recht zugeben: „Keine Frage, es sind wunderbare, im wörtlichen Sinne zeitlose Lieder auf dieser Platte, doch um gerade dies nun als Tabubruch, als Feier eines längst ferngerückten Naturverhältnisses, als Traum einer Wiederversöhnung von Welt und Bewußtsein zu verstehen, dazu müsste Otte Normalhörer wohl bis zum Schädel-Hirntrauma an der Reflexionsschraube drehen“, schwurbelte der FAZ-Kritiker über das neue Blumfeld-Album. Um es reflexionsschraubenfrei zu sagen: „Verbotene Früchte“ ist nicht nur das schrecklichste Blumfeld-Album ever, es ist vielleicht das schrecklichste deutschsprachige Album überhaupt, das Gesamtwerk von Heintje, Modern Talking und den Wildecker Herzbuben eingeschlossen; es enthält noch traurigere Scheiße als „Wo bist du, mein Sonnenlicht“, von der Grup Tekkan, und das ist sehr sehr traurige Scheiße.

Dieses Urteil mag etwas exzessiv erscheinen, resultiert aber natürlich daraus, dass Blumfeld mal exzessiv gut waren. Blumfeld waren das großartigste, intelligenteste, interessanteste, das privat grenzwertigste, das politisch im optimalsten Sinn korrekteste, das kompromissloseste und einflussreichste, das man im deutschen Lied je gehört hatte. „Self-indulgent, verquält, extrem unlocker“, konstantierte Diedrich Diedrichsen 1992 respektvoll. Es war: neu, neu, neu. Das gabs: noch nie. Der gesellschaftliche Diskurs bekam durch Blumfeld einen Sound, der Mauerfall und seine Folgen für das Individuum wurden Poesie, der gute Deutsche kriegte ein Gesicht: das etwas verkniffene Antlitz des sensiblen jungen Sängers und Poeten Jochen Distelmeier. Von Anfang bis Ende der Neunziger Jahre waren Blumfeld so gut, dass man bei jedem neuem Album, nach jedem Konzert tagelang auf dem Bauch liegen und die Großartigkeit dieser Band preisen wollte.

Es zeigt sich jetzt allerdings, dass ziemlich viele Kritiker nicht wieder auf die Beine kamen, was daran liegen mag, dass auch Popkritiker älter werden. Oder daran, dass ihnen der brutale Schmerz darüber, wie schockierend schlecht, wie karnevalesk lächerlich etwas derart Brillantes wie Blumfeld zu werden im Stande sind, einfach das Bewusstsein geraubt hat. Weil natürlich: Da wird einem ein Stück eigener Geschichte zertreten. Und so will man verdrängen, dass dem gottgleich verehrten Diskurskursleiter Jochen Distelmeyer offenbar das Hirn irgendwo zwischen Hamburger Schule und beschaulicher Familienidylle weich geworden ist.

Denn früher hat Distelmeyer nicht nur einmal den besten deutschen Song geschrieben, den man je gehört hat. „Einen Texter von seinem Rang sucht man in Deutschland lange“, schrieb Diedrichsen schon 1991 zur ersten Blumfeld-Single, und er hatte noch jahrelang Recht. So findet sich auf dem bis heute mitreißenden Debüt-Album “Ich-Maschine“ (1992) der vielleicht intensivste Song der deutschen Befindlichkeitsgeschichte: „Lass uns nicht von Sex reden“, punkiges, postkoital verwirrtes Herumgehirne, über lärmigen, sonic-youthigen Garagennoise-Schleifen. 1994 dann ein Arschtritt von einem Album, „L´Etat et Moi“, politischer Diskurspop auf allerhöchstem Niveau, die Zustände umkreisen das Individuum, das Individuum umkreist die Zustände, alles Private natürlich brutal politisch und umgekehrt. 1999 schlug „Old Nobody“ sanftere Töne an, hatte aber noch nichts dementes, war, ist ein prima Album, auch wenn man nun bemerkt, dass, aha, Distelmeyer damals schon anfing, von weißen Pferden zu fantasieren. In „Testament der Angst“ (2001) war der Wurm dann schon drin. Obwohl das noch ein prächtiges Ding war: hervorragende Songs drauf, „Graue Wolken“ schaffte es sogar in die Charts und brachte die Band in „Top of the Pops“, aber am Schluss schon tüchtig Tiere. 2003 wurde es mit „Jenseits von Jedem“ dann richtig übel. Furchtbare Texte, lyrisch auf dem Niveau von Xavier Naidoo („Gib nicht auf - es kommt ein neuer Morgen / lass es raus - den Schmerz und Deine Sorgen“), doof, verwechselbar, beängstigend, aber die Kritik schrieb: „Da ist Vertrauen in das eigene Können eingekehrt“ (Rolling Stone). „So ziemlich die beste Platte, die Deutschland in diesem Sommer passieren kann.“ (FAS)

Zu Recht höhnte Schriftsteller Benjamin Stuckrad-Barre 2004 im „Rolling Stone“, dass die Popkritik Blumfeld „mit lallendem Dauerlob einseift und schlicht und skandalöserweise ihren Beruf nicht ausübt“. Stimmt noch immer.

Was man gerade hofft: Dass Distelmeyer uns Kritiker mal so richtig verarschen will. Dass er jetzt dann gleich in einem Interview sagt: Übrigens, versteckte Kamera! War gar nicht das echte Album! Wir wollten nur mal sehen, was reingeht! Vermutlich hofft man vergebens. Natürlich kann man – und wir guten Onkel und Tanten von der Popkritik machen das gern - darüber reden, was Distelmeyer uns sagen will, wenn er Apfelsorten aufzählt, Freunde für Tiere sucht, wenn er Teil einer Schmetterlingsbewegung sein will („Immer weiter, kleiner Falter, flieg!“), oder wenn ihm ein Achterl abgeht, weil der Schnee gar so geil unter seinen Füßen knirscht.

Ja, selbstverständlich hat auch die neue Lust an der Biederkeit ein Recht auf einen eigenen Soundtrack. Und wie man hört, ist Distelmeyer kürzlich Vater geworden, aha; wir vermuten: er lebt nun am Land. Schön. Aber wenn die Platte zur Spießerdebatte unbedingt von Blumfeld sein muss, dann erwartet man sich schon was anderes, weil die Verspießerung ja eine Sache ist, um die ein Individuum prima kreisen könnte, da gäbe es einiges zu behirnen, zu abstrahieren, zu ironisieren. Und wie die Hamburger-Schule-Vertreter „Die Sterne“ mit ihrem großartigen neuen Album „Räuber und Gedärm“ eben bewiesen haben, kann man durchaus älter und Vater werden, ohne völlig zu degenerieren.

Dazu müsste man allerdings, was Distelmeyer verweigert, kurz mal auf professionelle Distanz gehen zum eigenen Dasein, und in jenem des Blumfeld-Sängers spielen Kinderbücher und das Herumtollen in der Natur offenbar gerade eine zentrale Rolle. Und das Private ist bei Distelmeyer nicht mehr poltisch, es ist nur privat; die Idylle wird nicht mehr hinterfragt, sondern abstraktionsfrei gelebt und verarbeitet: „Er ist der Apfelmann, Baby.“ Ja, er ist wirklich der Apfelmann, Baby; nur noch.

(Doris Knecht, April 06)

DerCousin Offline


Beiträge: 92


25.12.2009 11:54
#2 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

will keiner dazu was sagen? ^^
Also ich war sichtlich geschockt von der Haltung dieser Person. Sie heult den ersten Platten von Blumfeld ja förmlich hinterher wie ein kleines Kind dass nicht das gewünschte Spielzeug zum Geburtstag kriegt! Zu neuen Jochen-Solo-Platte kam zumindest nichts von ihrer Seite....

feuchterschuh Offline


Beiträge: 3

29.12.2009 12:13
#3 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Ich frage mich was diese Kritik sein soll. Diese Doris sollte sich mal die Blumfeld platten genauer anhörn. Dann wird sie merken das ihre Kritik höchsten zum A.. abwischen taugt.

MfG

Kristin Offline


Beiträge: 110

13.01.2010 14:49
#4 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

ich finde, dass - wie immer - die rezi mehr über die autorin als über das werk aussagt...

kameradhund Offline


Beiträge: 11

16.01.2010 17:51
#5 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

ich bin ganz amüsiert. die dame ist so wahnsinnig kreativ in ihren wort und satzschöpfungen. "behirnen"? mir scheints, als ob die dame sich irgendwie profilieren möchte. mal so richtig die sau rauslassen. habe sie gerade mal gegoogled. http://www.dorisknecht.com ist sie das?

DerCousin Offline


Beiträge: 92


17.01.2010 21:29
#6 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Ich selbst glaube auch dass man diese Kritik nicht ernst nehmen kann. Diese Frau hat wohl nichts - aber auch gar nichts - verstanden. Sie hat sich wohl irgendwie rein-interpretiert dass Blumfeld sich für die selbsternannten Erlöser von Stumpfsinn und Oberflächlichkeit halten und alles was sie machen richtig und nachvollziehbar ist... Vlt. hätte sie mal ernsthaft über den Tellerrand von 'Ich-Maschine' und 'L etat et moi' gehorcht würde sie auch den wunderbaren Werdegang von dieser Band sehen und dass sie noch viel mehr zu bieten haben als revolutionäre Indie-Aussagen oder rissige Parolen

Chrilli

11.03.2010 16:45
#7 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Also ich finde die Kritik in allen Punkten zutreffend! Hört Euch doch mal alle Platten hintereinander an. Da kann man doch nur von einer stetigen Verschlechterung sprechen, die in 'Verbotene Früchte' ihren Höhepunkt findet. Die Musik ist wie immer super, aber die Texte sind nicht anhörbar. Meine 2-jährige Tochter findet die Scheibe jedoch super, und so war das Geld nicht ganz zum Fenster rausgeworfen.

stefan Offline


Beiträge: 13

12.03.2010 01:46
#8 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

na klar kann man sich an kritiken abarbeiten. wer dem protagonisten dieser fanpage mal in die seele hört, wird jedoch feststellen, daß er angekommen ist. bei äpfeln, flöhen, murmeln und raben "einfach so" anzukommen ist doch bemerkenswert, oder ?!

liebe grüße, stefan

Katrin

12.03.2010 13:44
#9 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Man muss ja nicht alles gut finden.
Und wenn Frau Knecht das Album Scheixxe findet, dann soll sie.
Findet sicher auch nicht jeder Frau Knecht toll.

DerCousin Offline


Beiträge: 92


14.03.2010 14:28
#10 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Zitat von Katrin
Findet sicher auch nicht jeder Frau Knecht toll.


strobohobo

17.03.2010 15:35
#11 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Also mal ehrlich.
ich finde schon, dass den frühen Blumfeld-Sachen manchmal auch was knabehaft-ungelenkes anhaftet, bei aller Wucht - Penismonolog z.B. Das muss man nicht immer gleich intelligent nennen, nur weil es sich einem so herrlich verschließt und mit Zitaten um sich schleudert, die man auch nicht immer kapiert. Bloß Indie-Spießer finden das per se 'niveauvoll'. Aber die künstlerische Sperrigkeit muss ja nicht immer gleich für Qualität der Songs stehen. (Meistens geht das aber gut zusammen bei Blumfeld).
Genauso lohnend: Mal überlegen, ob der Apfelmann als Selbstporträt des unentfremdet alleine vor sich hin Produzierenden ein witziges künstlerisches Selbstporträt ist (und kein Obst- und Gemüsesong; Apfelbäme gabs übrigens schon auf der ersten Platte); schauen wo es in der Lyrik ähnlich leichte und luftige Selbstreflexionen des lyr. Ichs gibt wie in Schnee ('Ich singe, was ich seh' - klasse Doppeldeutigkeit) oder in Sonntag. Oder: Mal IM ERNST Schlager hören und genau merken, wie weit Blumfeld immer davon weg geblieben sind in ihren Bildern und bei aller Melancholie.

Kristin Offline


Beiträge: 110

17.03.2010 16:37
#12 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

strobohobo, deinen beitrag finde ich überaus anregend. da schwimmt mal einer gegen den strom und traut sich, das blumfeldsche frühwerk zu kritisieren. ;-) ich stimme vollkommen mit dir überein, was das verständnis der obst- und gemüseplatte angeht. Ich sehe da gar nicht vordergründig äpfel z.b. der apfelmann ist doch total zu beneiden; der hat seine identität gefunden. interessant auch die vermutung "künstlerisches selbstporträt". lediglich die doppeldeutigkeit, die du in dem "schnee"-zitat siehst, erschließt sich mir gerade nicht ganz. kannst du mir da helfen?

ansonsten - um wieder auf knecht & co. zu kommen - muss ich sagen, dass ich schon damals zu veröffentlichungszeiten von "verbotene früchte" erstaunt war, wie auf die platte eingeprügelt wurde. so viel aufmerksamkeit für etwas, das doch so schlecht sein soll... gerade vorhin habe ich gelesen, dass das gegenteil von liebe nicht hass, sondern desinteresse sei. wenn das stimmt, hat frau knecht ja vielleicht doch noch ein bisschen was für jochen übrig. und wenn nicht, auch egal. ich möchte allerdings zugeben, dass für mich formulierungen wie diese:

„Verbotene Früchte“ ist nicht nur das schrecklichste Blumfeld-Album ever, es ist vielleicht das schrecklichste deutschsprachige Album überhaupt, das Gesamtwerk von Heintje, Modern Talking und den Wildecker Herzbuben eingeschlossen; es enthält noch traurigere Scheiße als „Wo bist du, mein Sonnenlicht“, von der Grup Tekkan, und das ist sehr sehr traurige Scheiße.

einen hohen unterhaltungswert haben. :-) die frau war wirklich ganz schön beleidigt, scheint mir.

strobohobo Offline


Beiträge: 1

17.03.2010 17:40
#13 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

Um deine frage spontan und ohne rückgriff aufs booklet zu beantworten: ich glaube distelmeyer singt bei schnee, dass er grad zuhause überm weißen blatt papier sitzt und sich über die landschaft und den blick nach draußen so ein paar warme gedanken macht ('ich mach mir meinen reim/ und singe was ich seh'). Das wurde damals von der FAZ gedeutet als 'einfach bloß die natur banal und unmetaphoisch beschreiben' (meine worte) und gegen das neue kante-album und die tiefe mehrdeutigkeit der tiermetaphern von thiessen in stellung gebracht (total fieß!). Aber ich glaube, wenn einer sich seinen reim macht und singt, was er sieht, dann sieht er halt nur reime schwarz auf weiß und also text oder kultur und nicht natur bzw. konkrete wirklichkeit; so kann man das auch lesen. Verallgemeinert gesagt: die wanderungen in die natur auf der früchte-platte sind eigentlich wieder nur gänge in die bibliothek, wo man sich über natur bildet (vgl. das pflanzen- und apfelnamendropping in april und im apfelmann). das signalisiert doch immer wieder: hallo, gestaltete welt wird hier päsentiert, auseinandersezung mit etwas und kein naives besingen. Klar sind die worte einfach und die strophen meist eingängig, aber brechungen und subversive einsprengsel gibts immer wieder in den songs.
Zu deiner einprügel-bemerkung: Stimmt total, mit etwas vielleicht so banalem bzw. einfachem wie 'tiere um uns' soviel emotionen zu provozieren (zumindest bei meinen bekannten) hat noch selten einer geschafft; da müssten andere schon kleine kinder fressen um so angegiftet zu werden.

Ich finde übrigens auch die frühen blumfeld grundsätzlich schon super, aber diese übervater-such-mentalität und die heiligsprechungen des frühwerks finde ich überzogen. Die rock'n-roll-posen von distelmeyer zur l'etat et moit phase karikieren das ja schon ganz gut.

schmacko

19.07.2010 23:43
#14 RE: Verbotene Früchte - Kritik by Doris Knecht antworten

ich finde, dass das letzte album das beste ist. in der kürzlich erworbenen pappschachtel waren ja auch die ersten beiden cds drin, die ich mir aber kaum schönhören kann (außer "verstärker" und wenig anderem).
zu den "vebotenen früchten":
tja, tiere, die einen "freund" bräuchten, aber die keinen "haben" können, weil sie tiere sind... tiere leben in ihrer eigenen welt, die eben jeweils ihre und nicht unsere ist, eine natur, die "wie für uns gemacht" ist.
wer gerne den vordergrund hört, für den dürfte wohl diese apfel-cd wirklich kitsch hoch drei sein. ich aber finde hier eine solche traurige (?) diesseitigkeit unserer eigenen welt (nämlich nicht die der "tiere" - oder gerade doch?), eine verlorenheit, weil wir eben nicht bloß "natur" sind. die tiere haben keine "hoffnungen und sorgen", die haben wir. die süßen igel müssen im dreck ihr essen suchen und werden auf dem warmen asphalt des nachts totgefahren - weil sie eben keine ahnung haben, dass es die welt der menschen gibt, mit der möglichkeit zu solidarischem handeln etc.
schon die bloße sprachliche benennung ist ja immer schon deutung von "natur" - deutlicher als auf diesem album ist mir das selten geworden.
vielleicht ist es ja mein glück, dass ich im gegensatz zu frau knecht die ersten beiden alben erst zum schluss kennengelernt habe?

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